Amerika im Krieg: eine Serie

GLOBAL HEROES ® in Koproduktion mit dem Theater der Landeshauptstadt Magdeburg

 

Texte von Mark Amerika
Regie Hannes Hametner
Mit Rüdiger Kuhlbrodt, Andreas Petri, Jutta Wolfert
Uraufführung am 11.9.2002


 
Szenenfoto: Amerika im Krieg: eine Serie - Jutta Wolfert + Rüdiger Kuhlbrodt

Video / Ausschnitte der Inszenierung

 

Drei amerikanische Archetypen, ein Vier-Sterne-General (Rüdiger Kuhlbrodt), ein junger Autor (Andreas Petri) und eine Moderatorin (Jutta Wolfert), befinden sich in einem education camp in der amerikanischen Wüste - eine multifunktionale Misch-Konstruktion aus Gitterkäfig und Medienbox.
Die Insassen sind drei wahre Patrioten, die jedoch immer wieder durch Exzesse, Abschweifungen und Kritik an ihrem Land ihre Rehabilitierung verspielen: der durch Vietnam und den Krieg am Persischen Golf pervertierte General, der Lyriker, der für Freiheit, Frieden und alternative Lebensformen dichterisch agitiert, die Moderatorin, die Kriegsberichterstattung mit Erotikshow verwechselt.

GLOBAL HEROES ® sind eine Reaktion auf die Reaktionen auf den 11.September.
„Who is Bin Laden for you? A hero, our hero!” kriegt der Reporter 2001 in Nairobi zur Antwort. Am 14.Juli 2002, dem französischen Nationalfeiertag, paradieren die "Helden des 11.September", die Feuerwehrleute New Yorks, in ihren Feuerwehrwagen über die Champs-Élysées. Islamistische Selbstmordattentäter sind von heldenhaften Unverwundbarkeits- und Unsterblichkeitsphantasien besetzt. Die US-Streitkräfte in Afghanistan wurden in der Reality-TV-Serie Survivor als Prime-Time-Helden präsentiert.
Helden haben Konjunktur.
GLOBAL HEROES ® operieren an der Heimatfront. Unser Material dringt von überall her täglich über die Bildschirme und Printmedien auf uns ein. Unser Medium ist die Bühne.
Unser politischer Auftrag ist es, angebliche Eindeutigkeiten in Mehrdeutigkeiten zu zersplittern, Bedeutungsmonopole zu zerstören, eindeutige Fernsehbilder in irreführende Vexierbilder zu verwandeln.
Wir brechen die technische/mediale Sprache an unseren Körpern, setzen den mediopolitischen Diskurs fiktiven Figuren und realer Handlung aus. Wir stellen uns als Künstler die Frage, wie „passt der Künstler/Schriftsteller da hinein ... in den Mega-Cash-Jackpot dieser vetternhaften Unternehmungen?” (Mark Amerika)